Skip to content Skip to main navigation Skip to footer

Bürgermeister des Oberen Drautales und Lurnfeld-Reißeck bündeln Kräfte zur 380-kV-Trassenführung

Auf Initiative von Bürgermeister Ewald Tschabitscher
(Steinfeld) 
und Stefan Schupfer (Reißeck) trafen sich Bürgermeisterinnen und
Bürgermeister sowie Gemeindevertreter aus mehreren Gemeinden des Oberen
Drautales sowie von Reißeck bis Baldramsdorf zu einem gemeinsamen Austausch
über die geplante 380-kV-Leitung im Rahmen des Projektes „Netzraum Kärnten“.

Ziel der Zusammenkunft war es, die unterschiedlichen
Betroffenheiten der Gemeinden zu diskutieren, Erfahrungen im bisherigen
Austausch mit der Austrian Power Grid (APG) sowie mit dem Land Kärnten zu
teilen und mögliche gemeinsame Schritte für eine möglichst verträgliche
Trassenführung zu beraten.

Sachlicher Dialog statt Blockadepolitik

Die Bürgermeister sind sich einig, dass es nicht darum
gehe, das Projekt grundsätzlich zu verhindern. Vielmehr sei es das gemeinsame
Anliegen der Gemeinden, eine zukunftsfähige und möglichst verträgliche Lösung
für die Bevölkerung des Drautales zu erreichen.

Die geplante Stromleitung ist eine Infrastrukturmaßnahme
von nationaler Bedeutung. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die betroffenen
Gemeinden gemeinsam auftreten und ihre Anliegen sachlich, aber mit Nachdruck
einbringen.

Es wird darauf verwiesen, dass einige Gemeinden massiv
betroffen sind, während andere durch die neue Leitungsführung sogar entlastet
werden könnten. Umso wichtiger sei eine gesamtregionale Betrachtung, bei der
die Interessen aller Gemeinden berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Betroffenheit der Gemeinden

In der Gesprächsrunde schilderten die Bürgermeisterinnen
und Bürgermeister die jeweilige Situation in ihren Gemeinden.

Während Gemeinden wie Steinfeld, Lurnfeld oder Dellach
erhebliche Auswirkungen auf Siedlungsräume, Gewerbegebiete oder touristische
Einrichtungen befürchten, sehen andere Gemeinden durch die geplante
Trassenführung teilweise Verbesserungen gegenüber bestehenden Leitungen.

Einigkeit bestand darüber, dass sachliche und fachlich
fundierte Argumente die wichtigste Grundlage darstellen, um mögliche
Verbesserungen in der Trassenführung zu erreichen.

Mehrere Bürgermeister verwiesen darauf, dass Änderungen bei
Infrastrukturprojekten durchaus möglich seien, wenn diese fachlich begründet
und gemeinsam eingebracht werden.

 

Bedarf an fachlicher Unterstützung

Ein zentrales Thema der Diskussion war die Notwendigkeit
einer unabhängigen fachlichen Bewertung möglicher Alternativen.

Erfahrungen aus anderen Infrastrukturprojekten zeigen, dass
fundierte Studien eine wichtige Grundlage darstellen können, um Anliegen der
Gemeinden im Verfahren glaubwürdig und wirksam einzubringen.

Mehrere Bürgermeister sprachen sich daher dafür aus,
gemeinsam ein geeignetes Fachbüro zu suchen, das mögliche Verbesserungen oder
Alternativen fachlich prüfen kann.

Gemeinsames Vorgehen vereinbart

Am Ende der Zusammenkunft verständigten sich die Gemeinden
auf ein weiteres koordiniertes Vorgehen.

Vereinbart wurden insbesondere folgende Schritte:

  • Suche nach einem unabhängigen Fachbüro zur fachlichen Unterstützung
  • weiterer Austausch der Bürgermeister zur Abstimmung konkreter
    Problemfelder entlang der Trasse
  • Erstellung einer gesamtregionalen Betrachtung der Trassenführung im
    Drautal

Die Initiative zur Organisation weiterer Treffen übernehmen
Bürgermeister Ewald Tschabitscher (Steinfeld) und Bürgermeister Stefan Schupfer
(Reißeck).

Gemeinden setzen auf Transparenz gegenüber der Bevölkerung

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Information der
Bevölkerung liegen. Die Gemeinden wollen ihre Bürgerinnen und Bürger sowie die
Gemeinderäte über die gemeinsame Initiative informieren.

Ziel ist es, gemeinsam mit Land, Projektwerbern und
Fachstellen eine möglichst verträgliche Lösung für Mensch, Lebensraum und
regionale Entwicklung im Drautal zu erreichen.

„Die Gemeinden tragen Verantwortung für ihre Bevölkerung
und für kommende Generationen. Deshalb werden wir weiterhin gemeinsam daran
arbeiten, die bestmögliche Lösung für unsere Region zu erreichen“, so die
Bürgermeister abschließend.

An der Sitzung nahmen die
Bürgermeister des Oberen Drautals von Oberdrauburg bis Kleblach-Lind sowie Lurnfeld,
Reißeck, und Baldramsdorf teil.